Zahnpflege beim Hund – Was muss ich beachten?

Zahnpflege beim Hund – Über 85% der erwachsenen Hunde benötigen Zahnbehandlungen

Welche Zahnprobleme gibt es? Wie pflege ich die Zähne meines Hundes? Wir geben einen Überblick mit allen Erklärungen und Tipps!

Sie fragen sich sicherlich, wie das sein kann und vor allem wie Sie Ihrem Schützling Schmerzen und Zahnbehandlungen ersparen können. Dazu ist es zunächst wichtig, grundlegendes zu verstehen. So können Sie eigene Entscheidungen treffen und fallen nicht auf den Verpackungsschwindel diverser Produkte herein. Schließlich wollen wir Hundehalter nur das Beste für unseren Vierbeiner.

 

Wann beginnt der Zahnwechsel beim Hund und wann ist er abgeschlossen?

Hunde bzw. Welpen kommen zahnlos zur Welt. Schon schnell entwickeln sich die ersten Milchzähne. Während der ersten 5. bis 6. Wochen sollten alle 28 Milchzähne durchgebrochen und somit ein vollständiges Milch-Gebiss entwickelt sein. In der Regel ziehen Hundewelpen dann zwischen der 8. und der 12. Lebenswoche in ihr neues Zuhause ein.
Bereits ab der 12. Woche beginnt der Zahnwechsel mit den Schneidezähnen. Es ist nicht selten, dass ein Welpe während dieser Phase Schmerzen im Kiefer hat. Gut zu erkennen ist das oft daran, dass Ihr Welpe nicht mehr so häufig am Spielzeug zergelt, bei Aufforderung zurückhaltend reagiert, das Spielzeug trotz Vorfreude schnell wieder auswirft oder sogar beim Fressen appetitlos wirkt.
Schon in dieser Phase ist eine indirekte und unterstützende Zahnpflege wichtig. Bieten Sie Ihrem Hund Kauprodukte an, die er ggf. selbständig aufsuchen und sich damit Linderung verschaffen kann. Besonders geeignet sind Kautschuk ähnliche Produkte oder elastische Leckerlies.
Auf die Schneidezähne folgt im 4. bis 5. Monat der erste vordere Backenzahn, sowie meist zeitgleich der erste hintere Backenzahn. Kurz darauf folgen bereits die restlichen Backenzähne, sodass meistens alle Backenzähne im 6. Monat vorhanden sind und im 6. bis maximal 7. Monat mit dem Eckzahn abschließen und das bleibende Gebiss bilden.
Zusammengefasst besteht das Hundegebiss aus 6 Schneidezähnen im Ober- und Unterkiefer, 4 vordere Backenzähne und 2 Eckzähne sowie je 2 hintere Backenzähne ebenfalls im Ober- und Unterkiefer sowie 3 hintere Backenzähne im Unterkiefer.

 

Welche Zahnerkrankungen gibt es beim Hund?

Abgesehen von Frakturen und Zahnfehlstellungen beim Hund handelt es sich bei Zahnerkrankungen häufig, wie auch bei uns Menschen, um Parodontitis und Zahnstein.
Zahnstein beim Hund wird durch einen unausgeglichenen pH-Wert und die Keimbesiedelung in der Maulhöhle Ihres Vierbeiners begünstigt. Sogar die Mineralkonzentration im Speichel spielt hier eine Rolle wieviel Zahnstein gebildet wird.
Das Problem an Zahnstein ist, dass er sehr viele Bakterien enthält, die nicht nur zu unangenehmem Mundgeruch führen, sondern Ursache vieler anderer Probleme ist. Beispielsweise Entzündungen im Maul bzw. am Zahnfleisch, die im schlimmsten Fall über die Blutbahn in andere Organe gelangen und weitere Probleme verursachen, die dann durch einen Tierarzt behandelt werden müssen.
Parodontitis ist eine Entzündung in der Zahnaufhängung. Also im Bereich zwischen Zahnfleisch und der Aufhängung des Hundezahn. Die Entzündung kann bei länger ausbleibender Behandlung nicht nur zu großen Schmerzen führen, sondern auch zu einem Zahnausfall.
Große und kleine Hunderassen sind von beiden Krankheitsbildern gleichermaßen betroffen. Sehr wohl gibt es aber Rassen, die durch die Anordnung Ihres Gebisses eine Zahnsteinbildung begünstigen. Speziell bei Hunderassen mit engstehenden Zähnen. Hierzu zählen zum Bsp. Yorkshire Terrier, Shi Tzu und Malteser. Aber auch bei Rassen mit einem langen schmalen Kiefer wie zum Bsp.: Dackel und Pudel können sich Futterreste schnell festsetzen und dann zu Plaque und Zahnstein führen.

 

Vierbeiner Diagnose: Zahnprobleme beim Hund

Für einen verantwortungsbewussten Tierarzt ist es Routine regelmäßig auch einmal in das Maul Ihres Hundes zu schauen, um zu überprüfen, ob es Hinweise auf Zahnerkrankungen gibt oder es sich um ein gesundes Gebiss handelt. Auch für solche Situationen ist es ratsam, Ihren Hund spielerisch bereits früh an solche Untersuchungen zu gewöhnen, indem Sie beispielsweise seine Lefzen zur Seite schieben und oder auf frischen Atem überprüfen.
Schon der Mundgeruch kann viel über das Problem verraten. Daher ist es für sie auch ohne Tierarzt schon früh möglich Veränderungen festzustellen. Gerade entzündetes Zahnfleisch erkennt jedoch auch der Laie.

 

Kann ich eine Zahnerkrankung bei meinem Hund nur durch eine Zahnreinigung verhindern?

Richtige Zahnpflege beim Hund
benötigte Zahnbehandlung

Informationen über Zahnpflege, Zahnbürsten bis hin zum Zähneputzen finden Sie im Netz vermutlich viele und dennoch können wir es aber gemeinsam knackig zusammenfassen.
Eine regelmäßige Zahnpflege Ihres Hundes sowie die Zahnreinigung vom Tierarzt ist hierbei nicht alles.

 

Wie putze ich meinem Hund zuhause die Zähne?

Um Zahnproblemen vorzubeugen ist tägliches Zähneputzen, wie beim Menschen auch, die mit Abstand wirksamste Zahnpflege zur Bekämpfung von Zahnbelag. Zahnstein, Parodontose und Karies werden effektiv vermieden. Bitte verwenden Sie jedoch keine Zahnbürsten und Zahnpasta wie für den Menschen, diese sind viel zu hart und scharf für das empfindliche Hunde-Zahnfleisch. Im Fachhandel oder beim Tierarzt Ihres Vertrauens erhalten sie geeignete Hundezahnbürsten und spezielle Hundezahnpasta.
Um Ihrem Hund täglich unkompliziert die Zähne putzen zu können, sollten Sie ihn bereits im Welpenalter spielerisch daran gewöhnen. Ziehen Sie beispielsweise die Lefzen hoch oder öffnen Sie vorsichtig das Maul.
Zur Gewöhnung an das Zähneputzen fangen Sie mit einer kurzen Massage des Zahnfleisches Ihres Welpen an. Verwenden Sie am Anfang nur Ihren Finger ohne Bürste. Wenn die Massage akzeptiert wird, versuchen Sie es mit der Zahnbürste und fahren langsam über das gesamte Gebiss. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihren Welpen langsam und ohne Druck an die Behandlung gewöhnen. So können Sie sich Stück für Stück herantasten, den Zahnbelag mit Zahnpasta zu entfernen, um später nachhaltig die bleibenden Zähne zu schützen

 

Mein Hund lässt sich nicht die Zähne putzen – richtige Zahnpflege beim Hund

Wenn Sie Ihren Hund nicht bereits im Welpenalter an die tägliche Zahnpflege gewöhnt haben, ist es oft schwerer, ihn von der lästigen Routine im Maul zu überzeugen. Sie können in diesem Fall beispielsweise auf Zahnpflege-Gele zurückgreifen. Diese werden nur auf die Zähne aufgetragen und reinigen Sie auf enzymatischer Basis. Dadurch können Sie Zahnbelag und Bakterien entfernen und der Bildung von neuem Belag vorbeugen. Dies hat den Vorteil, dass auch Mundgeruch und das Risiko von Entzündungen gemindert wird.
Außerdem gibt es spezielle Mundspülungen mit desinfizierender Wirkung. Diese werden dem Trinkwasser zugesetzt und lösen so Zahnbeläge von der Zahnoberfläche. Vorteil dieser Lösungen ist, dass der Hund über den gesamten Tag immer wieder seine Maulhöhle mit Zahnfleisch und Zunge mild desinfiziert. Sie können auch auf spezielles Futter oder Futterzusätze zurückgreifen, die mit Hilfe von Enzymen oder einer Veränderung des pH-Wertes im Speichel die Zahnpflege unterstützen.
Was ist gut für Hunde Zähne? – Natürliche Alternativen
Sie können auch den natürlichen Kautrieb des Hundes für die Zahnpflege nutzen. Das BONT Dentalkonzept bietet verschiedene Kausticks und Kauknochen an, die die Hundezähne beim Kauen pflegen. Die Oberfläche und Beschaffenheit sorgt für eine schonende mechanische Reinigung und die vermehrte Speichelbildung schützt Zähne und Zahnfleisch zusätzlich. So wird Zahnstein vermieden und ganz nebenbei haben Sie einen glücklichen, zusätzlich beschäftigten Hund.
Wenig geeignet zur Zahnpflege sind Hundekuchen, Knochen, Schweineohren, Rinderhaut und Ochsenziemer. Diese enthalten viele Kalorien und sind häufig schnell zerkaut, sodass keine mechanische Reinigung stattfinden kann. Das Dentalkonzept zeichnet sich durch ein besonders langes, gesundes Kauvergnügen und geringe Kalorien aus.
Auch im Zahnwechsel eignen sich verschiedene Kauknochen und Sticks bereits, um Ihrem Welpen Linderung bei Zahnschmerzen zu verschaffen.
Spezielles Kauspielzeug zur Zahnreinigung muss entsprechend Größe und Alter des Hundes sorgsam ausgewählt werden. Insbesondere Welpen und sehr kaufreudige Hunde können es auch schnell zerkauen, sodass scharfe Kanten entstehen oder Ihr Hund Gefahr läuft, Teile zu verschlucken. Tennisbälle sind als Hundespielzeug ungeeignet. Die Glaswolle an der Oberfläche wirkt wie Schmirgelpapier am Zahn und führt zu einem beschleunigten Zahnabrieb und kann dadurch die Zähne schädigen!

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